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Einzelansicht VFF

05|09|2016

Kein alter Hut: Kastenfenster-Modernisierung erhält das historische Stadtbild

Frankfurt. Kastendoppelfenster sind in Deutschland und Europa seit Jahrhunderten weit verbreitet. Sogar heute noch findet man sie, vor allem in Altbauten, millionenfach – so gibt es zum Beispiel in Berlin noch viele Exemplare dieser oft filigranen und aufwändigen Fensterart. Doch immer mehr der kulturhistorisch bedeutsamen Häuseraugen verschwinden aus dem Stadtbild und machen Platz für normale Wärmedämmfenster. „Das ist bei vielen altehrwürdigen Gebäuden der falsche Weg. Der Erhalt dieser kulturhistorisch wertvollen Fenster durch eine ganzheitliche Aufarbeitung ist ohne großen Aufwand möglich“, so der Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF), Ulrich Tschorn.

Kastendoppelfenster der „Altberliner Art“ bestehen aus zwei Einfachfenstern, die über ein Futter miteinander verbunden sind. Beide Flügel lassen sich separat öffnen, erst die innere Ebene, dann die äußere. „Durch diese Art des konstruktiven Aufbaus, der seit mehr als 250 Jahren in Europa verbreitet ist, hatte man ein Energiesparfenster ohne Wärmeschutzbeschichtung und ohne Thermopenscheibe – natürlich nicht ganz so effektiv, wie moderne Fenster, aber dennoch sehr wirkungsvoll“, so Tschorn. Immerhin erreichten die alten Fenstersysteme einen Wärmedämmwert von 3,0 W/(m2K). Dieser kann mit entsprechenden Modernisierungsmaßnahmen – in diesem Falle einer Runderneuerung der alten Fenster – auf einen zeitgemäßen Wert von bis zu 0,9 W/(m2K) gesenkt werden und der klassische Anblick des Gebäudes bleibt erhalten.

Verbandshaus der deutschen Buchdrucker in Berlin modernisiert

Ein großartiges Beispiel dafür ist die Modernisierung des ehemaligen Verbandshauses der deutschen Buchdrucker in Berlin. Das Wohnhaus wurde in den Jahren 1924 bis 1926 von den Architekten Max Taut und Franz Hoffmann in der damals angesagten Zweifarbigkeit erstellt. „Die energetische Sanierung dieses schönen Gebäudes musste aufgrund der einzigartigen architektonischen Bauweise unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes erfolgen“, so der Geschäftsführer des mit der Runderneuerung der Fenster beauftragten Berliner Unternehmens, Detlef Timm. Unter anderem wurden die straßenseitigen Kastenfensterkonstruktionen überarbeitet, die als durchgeschobene Fenster – also fassadenbündig montierte Kastenfenster ohne Anschlag – vorhanden sind. Dazu kam die Modernisierung der großflächigen Balkonfenster-Türkonstruktionen. Diese sind zum Teil als tiefe Blumenfenster ausgeführt – mit einer Futtertiefe von 200 bis 250 Millimetern, wobei der so gewonnene Platz tatsächlich zur großzügigen Darbietung von Blumen Verwendung findet. „Hofseitig wurden außerdem die Kastenfenster hinter einem Anschlag mit starker Sprossenornamentierung ertüchtigt – mit viel Liebe zum Detail und unter Bewahrung der alten Optik“, so Timm.

Im Ergebnis entstanden durch die Runderneuerung bauzeitliche Fensterkonstruktionen mit verbessertem Wärme-, Schall- und Wetterschutz, wobei die Gebrauchs- und Funktionseigenschaften sowie der hohe ästhetische Wert erhalten blieben. „Eine solche Runderneuerung ist ein komplexer Vorgang, der viele verschiedene Gewerke beinhaltet. Dazu zählen Tischler, Maler, Glaser und Klempner“, erklärt der Unternehmer. Sie müsse daher ganzheitlich angegangen und von einem spezialisierten Fensterbaubetrieb ausgeführt werden, der alle notwendigen Arbeiten gewerkeübergreifend anbieten kann und über die geeigneten Produktionsmittel und Werkstattausrüstungen verfügt. „Wenn man das Gesamtergebnis betrachtet, wird schnell klar, wie wichtig das Thema Denkmalschutz und der Umgang damit ist“, führt Ulrich Tschorn ergänzend aus. Dieses Beispiel zeige einmal mehr auf, mit wieviel Einsatz die deutsche Fenster- und Fassadenbranche nicht nur bei der Schaffung neuer Produkte, sondern auch bei der Bewahrung der klassischen und erhaltenswerten Architektur zu Werke gehe. VFF/DS

 

Experten-Info: „Durch ein Forschungsprojekt – unterstützt durch den Berliner Senat und die Europäische Union – wurden im Jahr 2000 die richtigen Arbeitsschritte für eine Runderneuerung von Kastenfenstern entwickelt und im VFF-Leitfaden HO.09 (Runderneuerung von Kastenfenstern aus Holz) niedergeschrieben. Dieser ist heute deutschlandweit Stand der Technik. Der Leitfaden, der unter www.window.de kostenpflichtig bestellbar ist, stellt ein wissenschaftlich abgesichertes, seit dem Jahr 2000 praktiziertes ganzheitliches Maßnahmenpaket vor, mit dem die historischen Fensterkonstruktionen nicht nur instandgesetzt, sondern auch gleichzeitig energetisch und schalltechnisch ertüchtigt werden.“ 

 

Weitere Informationen zu Fenstern und Haustüren: www.fensterratgeber.de

 

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29. August 2016

05|09|2016

Bild 1: Das restaurierte Verbandshaus. Foto: VFF/Hans Timm Fensterbau

Bild 2: Modernisiertes Kastenfenster. Foto: VFF/Hans Timm Fensterbau

Bild 3: Wie neu: Balkonfenster-Türkonstruktion. Foto: VFF/Hans Timm Fensterbau

Bild 4: Restaurierung eines Kastenfensters. Foto: VFF/Hans Timm Fensterbau

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