Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.


Jahreskongress Inside ´09 der Fensterverbände in Brüssel /

Einblicke der Fensterbranche: Wie in Europa Politik gemacht wird

Auf den Stühlen der europäischen Parlamentarier: die Teilnehmer des VFF-Jahreskongresses in Brüssel

FRANKFURT, 18. MAI 2009. Wie kann die Fenster- und Fassadenbranche in Europa Einfluss nehmen? Welche Entscheidungen fallen in Brüssel? Was ist der Stand der europäischen Normung? Diese und andere Fragen standen im Zentrum des Jahreskongresses der deutschen Fensterverbände am 8. und 9. Mai in Brüssel mit mehr als 160 Teilnehmern. Fachvorträge und ein Besuch im Europäischen Parlament vermittelten einen Eindruck von der Komplexität und dem Nutzen europäischer Politik.

 

"Heute schon ist Brüssel für unserer Branche mindestens so wichtig wie Berlin", erklärte Ulrich Tschorn, der Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller e. V. und der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e. V. "Denn in Brüssel werden die Weichen gestellt für die nationale Politik in Europa, egal ob es um energieffizientes Bauen, um neue Normen oder den Abbau von Handelshemmnissen geht."

 

Blick hinter die europäischen Fassaden

 

Über die Strukturen und Entscheidungswege der europäischen Politik informierten der ZDF-Bürochef in Brüssel Udo van Kampen und Hans W. Stein, Leiter der Landesvertretung von NRW in Brüssel. Beide betonten, wie wichtig es ist, in Brüssel präsent zu sein. Nur so könne man rechtzeitig auf die politischen Entwicklungen reagieren. Van Kampen räumte mit einigen Europa-Mythen auf. Mit der Behauptung "Brüssel ist schuld" würden sehr häufig nur nationale Versäumnisse verdeckt. Der vermeintliche Moloch Brüssel und seine Bürokratie haben, so van Kampen, weniger Beamte als die Kölner Stadtverwaltung. Hans W. Stein erläuterte detailliert den Werdegang, die Strukturen und Aufgaben der europäischen Institutionen. Der verbesserte Verbraucherschutz und die gemeinsame Währung ohne Wechselkursschwankungen gehören zu den vielen Vorteilen, die das gemeinsame Europa für Gesellschaft und Wirtschaft gebracht hat. Darüber hinaus waren sich Referenten und Teilnehmer einig, dass nur die Europäische Union ein langfristig friedliches Europa garantieren kann.

 

Europäische Regelungen und nationale Umsetzung

 

Was Europa konkret für die Baubranche bedeutet, erläuterte Ministerialdirektor Robert Scholl vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung. Scholl begrüßte die europäischen Fortschritte in der Energie- und Klimapolitik. Er forderte aber auch, dass der Planungsaufwand nicht ausufern dürfe und Europa sich auch am Prinzip der Wirtschaftlichkeit ausrichten müsse. Im nationalen Rahmen müssten die politischen Impulse für den Bau noch verstärkt werden, beispielsweise durch die Wiedereinführung steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten im Mietwohnungsbau oder eine Eigentumsförderung neuer Prägung. Die aktuellen Förderprogramme, die energetische Sanierung des kommunalen Gebäudebestands oder den Wohnriester sieht Scholl nur als erste Schritte auf diesem Weg. Wenig Chancen räumte er einer halbierten Mehrwertsteuer für den Bau ein, auch wenn dies wünschenswert sei. Scholl ermunterte aber die Branche, weiterhin für diese Option zu werben.

 

 

Über die Arbeit der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) informierte Thomas Kwapich, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude. Er stellte die Kampagnen, Wettbewerbe und Modellvorhaben der dena vor. Mit dem Effizienzhaus schafft die dena erstmalig in Deutschland eine verlässliche Marke für energieeffizienten Neubau und Sanierung. Das neue Label wird voraussichtlich im Oktober, wenn die EnEV 2009 in Kraft tritt, in den Markt eingeführt.

 

 

Einen Einblick in die europäische Branchenpolitik gaben der VFF-Europaexperte Frank Koos und der Leiter des ift Rosenheim Ulrich Sieberath. Koos stellte die europäischen Branchenverbände mit ihrem gemeinsamen Dachverband EuroWindoor und ihre Einflussmöglichkeiten in Europa vor. Immerhin repräsentiert EuroWindoor eine Million Beschäftigte und 30 nationale Verbände. Sieberath brachte Licht in die verschlungenen Wege der nationalen und europäischen Normung. Nach Fertigstellung der wichtigen Prüf-, Klassifizierungs- und Produktnormen folgt jetzt die Phase der Überarbeitung dieser Normen und der europäischen Bauproduktenverordnung. Die Bauproduktenverordnung wird die Bauproduktenrichtlinie von 1988 ablösen. Angesichts der komplizierten Entscheidungswege ist aber noch völlig offen, wann die neue Verordnung in Kraft tritt.

 

Rekord Fenster + Türen gewinnt Marketingpreis

 

Als Gewinner des Marketingpreises 2009 zum Thema "Energie sparen mit Fenstern" wurde das Unternehmen Rekord Fenster + Türen aus dem norddeutschen Dägeling ausgezeichnet. Der Marketingpreis ist mit exklusiver Pressearbeit für den Gewinner dotiert. Ein Sonderpreis Marketing wurde an die Aldra Fenster Türen GmbH aus dem norddeutschen Meldorf vergeben. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis für die gelungenste Umsetzung der Dachmarke "Neue Fenster - Klimaschutz mit Durchblick" wurde an die Mahrenholz Fenster Holding GmbH aus Beverungen im Kreis Höxter verliehen.

 

Der nächste Jahreskongress der Fensterverbände findet am 6., 7. und 8. Mai 2010 in Köln statt.

 


(05/09)

 

Nähere Informationen:

 

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Tel.: 069-95 50 54 0, Fax: 069-95 50 54 11,

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63450 Hanau, Tel.: 06181-50791-0, Fax: 06181-50791-11

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