
Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.
Fensterverband lehnt Einschränkung von Kunststoffenstern in Schleswig-Holstein ab
FRANKFURT, 21. Januar. Für öffentlich geförderte Bauten will das Kieler Bauministerium den Einsatz von Kunststoffenstern beschränken. Ein entsprechender Entwurf zur Förderung des Wohnungsbaus wird heute mit Vertretern von Kommunen und Verbänden in Eckernförde erörtert. Er soll rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten. Der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. lehnt den Entwurf ab, da Erkenntnisse neuer Ökostudien nicht berücksichtigt werden.
Fenster aus Holz, Aluminium oder Kunststoff sind ökologisch gleichwertig. Das ist das Ergebnis einer zweijährigen Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA im schweizerischen Dübendorf, die im August 1996 auf der Wissenschafts-Pressekonferenz in Bonn vorgestellt wurde. Umweltfreundliche Fenster zeichnen sich demnach durch optimierte Wärmedämmung, sparsamen Materialeinsatz und die Wiederverwendbarkeit der Materialien aus. Die schweizer Wissenschaftler untersuchten in der bisher umfangreichsten Studie den gesamten Lebensweg von Fenstern unterschiedlicher Materialien und die möglichen Belastungen für die Umwelt.
Im Streit um einzelne Fenstermaterialien weist die EMPA-Studie in eine neue Richtung. Hessen und Berlin hatten die Verwendung von Fenstern und Türen aus PVC oder Aluminium beschränkt. Der hessische Landtag hob das Verbot aber bereits 1993 auf und das Berliner Abgeordnetenhaus 1995. Der Fensterverband und mehrere Fensterbetriebe gründeten die Recyclinginitiativen FREI für PVC und A/U/F für Aluminium, die PVC und Aluminum aus alten Fenstern wiederverwerten. Im geschlossenen Wertstoffkreislauf werden aus dem alten Material neue Fenster produziert.
"Einschränkungen für einzelne Fenstermaterialien sind nicht gerechtfertigt, da kein Material uneingeschränkte Vor- oder Nachteile in Ökostudien aufwies," erklärte Karl Heinz Herbert, Geschäftsführer des Fensterverbandes, heute in Frankfurt. "Bei der Wahl umweltfreundlicher Fenster sind Konstruktion und Recycling wichtiger als das Rahmenmaterial. Materialeinschränkungen, die der Entwurf des Kieler Wohnungsbauministeriums enthält, sind ökologisch und ökonomisch unsinnig. Denn hier hat der Staat nichts zu regulieren. In einer Marktwirtschaft sollten Kunden und Verbraucher über das geeignete Rahmenmaterial entscheiden."
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