
Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.
Flüsternde Fenster erfüllen das elfte Gebot / Schallschutzgläser tragen entscheidend zur Wohnqualität bei
Frankfurt, 22.5.2006. ?Du sollst nicht lärmen!? lautet das elfte Gebot, wie es der Schriftsteller Robert Gernhardt in einer Satire einmal formulierte. In der Tat könnte solch ein Gebot heute hilfreich sein: Schließlich lebt in Deutschland kaum jemand noch ohne Lärmbelästigung, mehr als Dreiviertel aller Menschen fühlen sich durch Lärm ?wesentlich? belästigt*. Und die Auswirkungen sind gravierend: Sie reichen von Schlafstörungen über Bluthochdruck bis zu psychischen Problemen. Leider ist es nur selten möglich, die Lärmquellen wie Straßenverkehr und Flugzeuge zu reduzieren und einzudämmen. Wo der aktive Lärmschutz versagt, bleibt der passive eine wirksame Maßnahme ? zum Beispiel durch den Einbau schalldämmender Fenster und Verglasungen.
Zusammen mit Einbruch- und Sonnenschutz steht der Wunsch nach erhöhtem Schallschutz ganz oben auf der Wunschliste der Fensterkäufer, wie eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung** ergab.
Während für manche Anwendungen wie bei Trennwänden im Innenbereich auch für Schallschutz 1-scheibige Gläser ausreichen, werden an Fenster und Fassaden viel höhere Anforderungen gestellt, zum Beispiel auch an die Wärmedämmung. Ulrich Tschorn vom Verband der Fenster- und Fassadenhersteller: ?Hier sind 2-scheibige Schalldämm-Isoliergläser erforderlich, die oft noch weitere nützliche Eigenschaften aufweisen: Einbruch hemmend oder mit Sonnenschutz ausgestattet bis hin zu selbst reinigenden Außenscheiben ist alles möglich.?
Die Variante der Verglasung und des Rahmens richtet sich nach dem Lärmaufkommen und der Stärke und Art der Lärmbelastung. Der medizinische Grenzwert, ab dem das Gehör dauerhaft Schaden nimmt, liegt bei 85 Dezibel. Dabei muss man wissen, dass die Zu- oder Abnahme des Schallpegels um 10 dB vom menschlichen Ohr als Verdopplung bzw. Halbierung der Lautstärke wahrgenommen wird. So können bei Fenstern zur lauten Straßenseite Lärmschutz-Isoliergläser den Verkehrslärm um teilweise über 40 dB reduzieren: Da wird dann der Kavaliersstart zum leisen Flüstern. Bei Dachfenstern macht die richtige Verglasung aus dem prasselnden Regen ein gedämpftes Tröpfeln. Und wer glaubt, er könne zwar den Lärm aussperren, aber nun leider nicht mehr lüften, der irrt sich: Die Zubehör-Industrie bietet geeignete Schalldämmlüfter an, die bei geschlossenen Fenstern den Raum mit frischer Luft versorgen. Welche Eigenschaften auch immer gefordert sind: Die neuen Fenster oder Verglasungen sollten immer vom Fachmann eingesetzt werden.
Einer der lästigsten Lärmverursacher ist der Fluglärm. Auch hier werden die Ansprüche der Anwohner zunehmend besser gewürdigt: Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, nach dem ? beim Aus- oder Neubau eines Verkehrsflugplatzes ? der Anspruch auf baulichen Schallschutz für Wohnungen bereits bei einem fluglärmbedingten Pegel von 60 dB einsetzen soll (nach altem Fluglärmgesetz von 1971 galt dies erst ab 75 dB). So wird das elfte Gebot zwar nicht im Himmel, aber wenigstens auf Erden erfüllt. Aktuell gibt es ? in einzelnen Bundesländern und Regionen unterschiedliche ? Zuschüsse für Schallschutzmaßnahmen bei Flughafenaus- und neubauten, im Straßenverkehr bei lärmbelasteten Ortdurchfahrten u.a. Über Einzelheiten informieren die regionalen Behörden. Über schalldämmende Fenstersysteme und ihren Einbau informiert der Fachbetrieb in Ihrer Nähe.
* Quelle: Online-Lärmumfrage durch das Bundesumweltamt 2002
** Quelle: ?glaswelt 4/2003
Eine Kampagne der Mitglieder und Förderer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller e. V. (VFF) sowie der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e. V.
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