Jahreskongress Fenster + Fassade Inside 2011 in München: Optimistisch in eine transparente Zukunft

FRANKFURT, 31. Mai 2011. Die Fenster- und Fassadenbranche schaut zuversichtlich in die Zukunft. Dies war der bestimmende Eindruck auf dem Jahreskongress Inside 2011 des Verbandes Fenster + Fassade e.V. Mehr als 200 Führungskräfte der Branche trafen sich unter dem Motto „Wir machen die Zukunft transparent“ am 20. und 21. Mai in München. Im Zentrum der Veranstaltung standen neue Chancen im Bereich der Hausautomation, wirtschaftliche Perspektiven, erfolgreiches Marketing sowie Entwicklungen bei der Normung. "Dank der Förderung energetischer Effizienz im Bau steht unsere Branche auch 2011 gut da“, erklärte Verbandspräsident Bernhard Helbing auf der Jahrestagung. "Dazu haben wir selbst mit unserer Lobbyarbeit und der Marketingkampagne für moderne Fenster und Fassaden beigetragen.“

 

Perspektiven

Komfort, Individualisierung und Wohnen im Alter sind neben der Energieeffizienz die wichtigsten Gründe beim Neubau und der Sanierung von Gebäuden. Wie „smartes Wohnen“ in Zukunft gestaltet werden kann, erläuterte Prof. Dr. Viktor Grinewitschus, der Leiter des Fraunhofer-inHaus-Zentrums Duisburg. In seinem Vortrag „Vom iPhone bis zum Fenster. Immobilien werden fit für neue Anwendungen“ stellte er eine Reihe von Innovationen vor. Dazu zählen die Integration der Lüftung mit Wärmerückgewinnung, automatisierte Sonnenschutzsysteme oder die Nutzung solarer Gewinne. Als Komfortfunktion beschrieb Prof. Grinewitschus die Nutzung eines iPhones oder iPads als Bedienzentrale des Hauses.

 

Solche Aussichten setzen allerdings entsprechende wirtschaftliche Perspektiven voraus. Einen optimistischen Blick auf die wirtschafts- und finanzpolitischen Entwicklungen in Deutschland und Europa warf Dr. Jürgen Pfister, Chefvolkswirt der Bayern LB. Er erklärte, dass aufgrund der richtigen politischen Maßnahmen 2008 und 2009 eine wirkliche Wirtschaftskrise vermieden werden konnte. Allerdings mussten die Industrieländer eine ernste Finanzkrise bewältigen, die heute noch nicht überwunden ist. Im einzelnen ging Dr. Pfister auf die Entwicklungen beispielsweise bei der Staatsverschuldung, bei den Preisen und auf dem Arbeitsmarkt ein. Eine drohende Inflationsgefahr wies Dr. Pfister zurück. Er knüpfte dabei an die These des Nobelpreisträgers Milton Friedman an: „Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen und entsteht dadurch, dass die Geldmenge im Vergleich zu den Produktionsmöglichkeiten zu stark ausgeweitet wird.“

 

Erfolgreich kommunizieren

Je anspruchsvoller die Angebote der Branche werden, desto wichtiger ist die erfolgreiche Kommunikation mit dem Kunden. Und erfolgreich ist, wer aus der Perspektive des Kunden denkt und formuliert: möglichst knapp, klar und verständlich. Wie das geht, trug der „Klartextexperte“ Thilo Baum vor. Erfolgreiche Kommunikation betont den Nutzen frei nach dem Motto „Der Kunde will keinen Bohrer, sondern ein Loch in der Wand“.

 

Auch mit der Verleihung der Marketing Preise wurde erfolgreiche Kommunikation ausgezeichnet. Erstmals wurden Preise in den drei Kategorien Internet, regionales Marketing und Referenzmarketing verliehen. Als Preisträger wurden die Unternehmen Gayko, Löwe und Wicona ausgezeichnet.

 

EnEV-Novelle 2012, EPDs und Energy Labels

Zufrieden zeigten sich die Teilnehmer mit den Aussichten bei der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Ministerialrat Peter Rathert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erwartet nach derzeitigem Stand keine weiteren Verschärfungen der U-Wert-Anforderungen in der EnEV-Novelle 2012. Eine solche Verschärfung widerspräche nämlich dem grundsätzlichen Wirtschaftlichkeitsgebot, so Rathert.

 

Den Stand der Umsetzung der geforderten Nachhaltigkeitsdeklaration (EPD) von Fenstern, Haustüren und Fassaden schilderte Ulrich Sieberath, der Leiter des ift Rosenheim. Weiterhin illustrierte Sieberath die anspruchsvolle Aufgabenstellung eines europäischen Energielabels für Fenster als leicht verständliche Entscheidungshilfe für Verbraucher. Denn Fenster müssen je nach Klimazone, Jahreszeit oder Himmelsrichtung unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Sieberath stellte einen Lösungsvorschlag des ift für Europa vor.

 

“Die Branche atmet auf, weil aller Voraussicht nach 2012 keine weiteren EnEV-Verschärfungen drohen und damit Fenster weiterhin in großer Vielfalt angeboten werden können”, erklärte der VFF-Experte und stellvertretende Geschäftsführer Frank Koos nach der Veranstaltung. “Auch durch die Entwicklung von Durchschnitts-EPDs für Standardprodukte durch das ift in Zusammenarbeit mit dem VFF ist der Branche besser geholfen als mit individuellen EPDs. Umweltproduktdeklarationen sind nicht für einen Produktvergleich gemacht. Auf dieser Ebene kann es keinen sinnvollen Wettbewerb geben.”

 

Fotos von der Veranstaltung können Sie unter vffNoeSPAM@ thanx-for-not-spamming! window.de anfordern.

 

Nähere Informationen:

 

Verband Fenster + Fassade, Walter-Kolb-Straße 1-7, 60594 Frankfurt/M., Tel.: 069-95 50 54 0, im Internet unter: www.window.de

 

Dr. Mignat PR, Dr. Peter Christian Lang, Am Hexenpfad 11, 63450 Hanau, Tel.: 06181-507910, pr@mignat.de

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