
Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.
VFF Jahreskongress „Inside 2010“: 225 Gäste hatten die Energieeffizienz im Fokus
Frankfurt/Köln. Volles Haus in Köln: Rund 225 Gäste folgten am 7. und 8. Mai einer Einladung des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) und kamen zum diesjährigen Jahreskongress „Inside 2010“ in das Tagungshotel Pullman Cologne. Das Motto der Veranstaltung lautete „Energieeffizienz im Fokus – Perspektiven für die Fenster- + Fassadenbranche“ und bot ein breites Fachprogramm sowie ein kurzweiliges Rahmenprogramm für die angereisten Branchenvertreter. „Der Jahreskongress eröffnet immer die perfekte Gelegenheit, wertvolle Branchenkontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen“, so VFF-Präsident Bernhard Helbing.
Am ersten Veranstaltungstag referierte Eike Gehrts vom VFF im Fachprogramm „Rahmenmaterial Holz“ zum Thema „Hartholz im Fensterbau – Auslaufmodelle?“ und stellte neue Holzarten sowie aktuelle Merkblätter des VFF vor. Ein Erfahrungsbericht zur Umsetzung einer losen Stabfertigung von Andreas Landgraf von den Heinrich Meyer-Werken in Breloh schloss sich daran an. „Neue Eckverbindungen für die Oberflächenbehandlung am losen Stab“ stand schließlich bei Dr. Odette Moarcas vom ift-Rosenheim auf dem Programm, gefolgt von den „Veränderungen des österreichischen Fenstermarktes vom Holz- zum Holz-Metallfenster“ des Referenten Dr. Wolfgang Marka von der Firma Hocoplast.
Das Fachprogramm zum „Rahmenmaterial Metall“ wurde von Christian Anders – Firma anders Metallbau – eröffnet. Er referierte zum „Palaisquartier Bauteil B: Realisierung einer Hochhausfassade in Frankfurt – spezielle Anforderungen und Lösungsansätze“. Anschließend erfuhren die Anwesenden von Professor Christian Niemöller von der Rechtsanwaltsgesellschaft SMNG Wissenswertes zu dessen Erfahrungen mit der CE-Kennzeichnung.
Das Rahmenmaterial Kunststoff wurde von Helmut Hilzinger von der hilzinger GmbH näher beleuchtet. Sein Beitrag trug den Titel „Die Anforderungen an Kunststofffenster der Zukunft aus Sicht eines Herstellers“. Sein Credo: „Ehrlichkeit ist gefragt: In den Prüflaboren bitte nicht die optimalsten Rahmenwerte herauskitzeln die in der Realität keinen Bestand hätten.“ Jörn Peter Lass vom ift-Rosenheim nahm anschließend die neuen Anforderungen der GZ 695 unter dem Gesichtspunkt der Dauerfunktionstauglichkeit unter die Lupe. Er kündigte unter anderem an, dass künftig die angegebenen maximalen Flügelgewichte abgeprüft werden. Abgerundet wurde das Fachprogramm von Michael Vetter von der Firma Rewindo, der sich des Themas „Kunststoff-Fenster Recycling – Lückenschluss und Impulsgeber in der Wert-schöpfungskette“ annahm. Er wies auf eine Recyclingquote von 77 Prozent hin und monierte ein Preisdumping seitens der Betreiber von Müllverbrennungsanlagen, die das Material mittlerweile gerne verwenden würden.
Am Nachmittag überbrachte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Ratsfraktion der Stadt Köln, Reinhard Houben, den Gästen Grußworte des Oberbürgermeisters Jürgen Roters, der die Vorzüge der schönen Stadt am Rhein besonders betonte. Danach konnten die Branchenexperten dann gemeinsam den Ausführungen von Dr. Volker Treier – Chefvolkswirt Deutscher Industrie- und Handelskammertag – lauschen. Sein Beitrag trug den Titel „Volkswirtschaftliche Entwicklung in Deutschland“. Seine Worte waren deutlich: „Wir sind noch nicht über den Berg“, bekräftigte Treier, aber ein Wachstum von 2,3 Prozent sei möglich. Danach werde der Wachstumspfad zwar flacher, es gehe aber weiter aufwärts. Anschließend referierte Ministerialrat Hans-Dieter Hegner (BMVBS) zu den energetischen Zielen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung und beantwortete die Frage „Wohin geht der Weg der Fenster und Fassaden?“. Wichtige Themen der Zukunft seien nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Bereiche Nachhaltigkeit und Innovation. Hinsichtlich möglicher Verschärfungen der EnEV stellte er klar, dass es „Rasenmäherverschärfungen für Alle nicht mehr geben werde. Mögliche Verschärfungen würden verstärkt unter dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher Umsetzbarkeit geprüft. Er rief die Branche auf, gemeinsam innovativ tätig zu werden und beim Thema Nachhaltigkeit in Lebenszyklen der Fenster- und Fassadenprodukte zu denken.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Workshop „Gedächtnistraining für den Alltag“ des VFF-Frauenforums. Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger trainierte mit den interessierten Teilnehmerinnen das Erlernen von Techniken, um sich Zahlen, Namen und Vorgänge schneller und besser merken zu können. Abgerundet wurde der Tag von einem gemeinsamen Abend im Kölner Science-Center „Odysseum“, einem interaktiven Wissenspark. Hier konnten die Verbandsmitglieder selbst zum Entdecker und Abenteurer werden. Über die „Forschungsergebnisse“ tauschten sich die Gäste anschließend bei Essen, Trinken und Musik aus.
Mit der „Lüftung und anderen Anforderungen an Fenster und Fassaden der Zukunft“ des Referenten Ulrich Sieberath vom ift-Rosenheim startete der zweite Tag, gefolgt von einem Beitrag des Architekten Dr. Burkard Schulze-Darup, der sich mit der energetischen Modernisierung aus der Sicht eines Architekten auseinandersetzte. Die Marktzahlen für Deutschland und Europa und ein Ausblick auf das Jahr 2011 von VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn bildeten den Abschluss des Kongresses, der neben neuen technischen Lösungen wertvolle Erfahrungsberichte und Zukunftsperspektiven für die Teilnehmer bot.
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(05/10)
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